Psychiater und Neurowissenschaftler, München
Prof. Dr. med.Peter Falkai
Seit fast vierzig Jahren erforscht Peter Falkai, wie schwere psychische Erkrankungen im Gehirn entstehen, vor allem die Schizophrenie, und wie sich daraus bessere Behandlung und Vorbeugung ableiten lassen.
- Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am LMU Klinikum München, der Klinik Emil Kraepelins
- Direktor am Max-Planck-Institut für Psychiatrie und Leiter der Forschungsklinik
- Präsident der World Federation of Societies of Biological Psychiatry
- Mitglied der Leopoldina und der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
Jeder Punkt eine Arbeit
1.009 Publikationen sind in PubMed unter seinem Namen verzeichnet, von 1986 bis heute. Ein Punkt pro Arbeit, sortiert nach Jahr.
Aktuell
Neues Buch: Mental gesund bleiben
Mit der Wissenschaftsjournalistin Jeanne Rubner fasst er zusammen, was die Forschung über die Vorbeugung psychischer Erkrankungen weiß. Kösel-Verlag. Zum Buch
Jean-Delay-Preis der World Psychiatric Association
Die WPA verleiht ihm den Jean-Delay-Preis 2026, verbunden mit einer Plenarvorlesung auf dem 26. Weltkongress für Psychiatrie in Schweden.
Aufnahme in die Bayerische Akademie der Wissenschaften
Die Akademie wählte ihn als ordentliches Mitglied.
Direktor am Max-Planck-Institut für Psychiatrie
Neben der Leitung der LMU-Klinik leitet er seitdem als wissenschaftliches Mitglied eine Abteilung und die Forschungsklinik des Instituts.
Woran er forscht
Vier Linien ziehen sich durch die Arbeit der letzten Jahrzehnte. Mehr zur Forschung
Wie Schizophrenie im Gehirn entsteht
Von der ersten Arbeit über Zellverluste im Hippocampus bis zur heutigen Hypothese einer gestörten Reifung der Oligodendrozyten: Schizophrenie als Störung der Regeneration, nicht der Degeneration.
Bewegung als Therapie
Ausdauertraining vergrößert bei Schizophrenie den Hippocampus und verbessert Gedächtnis und Alltag. Er hat dazu Studien geleitet und europäische Empfehlungen mitverfasst.
Früh erkennen, gezielt behandeln
Mit Bildgebung, Genetik und maschinellem Lernen sollen Verläufe vorhersagbar werden, damit Menschen die Behandlung erhalten, die zu ihnen passt.
Versorgung und Prävention
Leitlinien, Versorgungsforschung und die Frage, wie sich psychische Erkrankungen verhindern lassen. Dazu gehört sein Engagement im Deutschen Zentrum für Psychische Gesundheit.
Stationen
Fünf Universitätskliniken in vierzig Jahren. Zum Lebenslauf
- ab 1981DüsseldorfMedizinstudium, Promotion, Facharzt, Habilitation
- 1987LondonForschung bei Tim Crow
- 1996BonnC3-Professur, leitender Oberarzt
- 2002Homburg/SaarErster Lehrstuhl, Klinikdirektor
- 2006GöttingenDirektor der Psychiatrie
- seit 2012MünchenLMU Klinikum, seit 2024 auch Max-Planck-Institut
Meistzitierte Arbeiten
Zitationen nach NIH iCite. Alle Publikationen
- 2016Treatment-Resistant Schizophrenia: Treatment Response and Resistance in Psychosis (TRRIP) Working Group Consensus Guidelines on Diagnosis and Terminology.Am J Psychiatry. 895 Zitationen
- 2001Mind reading: neural mechanisms of theory of mind and self-perspective.Neuroimage. 624 Zitationen
- 2018Machine Learning Approaches for Clinical Psychology and Psychiatry.Annu Rev Clin Psychol. 577 Zitationen
- 2012World Federation of Societies of Biological Psychiatry (WFSBP) Guidelines for Biological Treatment of Schizophrenia, part 1: update 2012 on the acute treatment of schizophrenia and the management of treatment resistance.World J Biol Psychiatry. 454 Zitationen
- 2018EPA guidance on physical activity as a treatment for severe mental illness: a meta-review of the evidence and Position Statement from the European Psychiatric Association (EPA), supported by the International Organization of Physical Therapists in Mental Health (IOPTMH).Eur Psychiatry. 449 Zitationen
- 2010Hippocampal plasticity in response to exercise in schizophrenia.Arch Gen Psychiatry. 434 Zitationen
Kontakt
Für Anfragen zu Forschungskooperationen, Vorträgen, Gutachten oder Medienanfragen erreichen Sie Prof. Falkai über sein Sekretariat am LMU Klinikum.